Klimaschutz im RehaZentrum Bremen

Das RehaZentrum Bremen engagiert sich aktiv für den Klimaschutz: Durch eine Treibhausgasbilanz wurden Emissionsquellen identifiziert und gezielte Maßnahmen zur Reduktion von CO₂ entwickelt.

Ausgangslage

Im Rahmen der von der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) geförderten Einstiegs- und Orientierungsberatung wurde im RehaZentrum Bremen eine umfassende Treibhausgasbilanzierung durchgeführt. Das Ziel dieser Maßnahme war es, wesentliche Emissionsquellen zu identifizieren und darauf aufbauend Klimaschutzpotenziale zu erkennen. Die anschließende Potenzialanalyse konzentrierte sich auf die Bereiche Gebäudeenergie, Mobilität und Beschaffung, um konkrete Maßnahmen zur Reduktion der CO2-Emissionen zu entwickeln und umzusetzen.

Methodik

Einteilung nach Scope 1, 2 und 3

Die Bilanzierung wurde nach dem internationalen Standard des Greenhouse Gas Protocol durchgeführt. Hierbei wurden die Emissionen in drei Hauptkategorien unterteilt:

  • Scope 1 (direkte Emissionen)
  • Scope 2 (indirekte Emissionen durch den Bezug von Energie)
  • Scope 3 (weitere indirekte Emissionen, z.B. durch Lieferungen, Geschäftsreisen).

Ergebnisse der Treibhausgasbilanz

Die Gesamtemissionen im Jahr 2023 lagen bei 452,3 t CO2e/a. Dabei verursachten die Scope 1-Emissionen keine messbaren Emissionen.

Rund 33 % der Emissionen liegen im Anwendungsbereich Scope 2 und werden im Bereich der Gebäudeenergie emittiert. Scope 3 beinhaltet mit 67 % die meisten Treibhausgasemissionen, welche sich im Wesentlichen aus den Handlungsfeldern Mobilität und Beschaffung zusammensetzt.

Aufteilung der Treibhausgasemissionen auf die verschiedenen Anwendungsbereiche Score 1-3
Aufteilung der Treibhausgasemissionen auf die verschiedenen Handlungsfelder

Die Aufteilung der Emissionen nach Handlungsfeldern zeigt, dass das Handlungsfeld Mobilität mit 48 % die meisten Anteile verursacht. Die zweit höchsten Emissionen liegen im Handlungsfeld Gebäudeenergie mit 38 % und die geringsten Emissionen fallen im Handlungsfeld Beschaffung mit 14 % an.

Die folgende Abbildung zeigt die bilanzierten Treibhausgasemissionen sortiert nach ihrer Größe. Es zeigt sich, dass der Großteil der Emissionen im Bereich des Kundentransports verursacht werden. Diese liegen mit einer Höhe von 190,29 t CO2e/a bei einem Anteil von 35 % an den Gesamtemissionen.

Der nächstgrößere Emittent ist der Nahwärmebezug aus dem Klinikum Links der Weser mit 128,63 t CO2e/a und einem Anteil von 24 %.
Mit einer Höhe von 74,69 t CO2e/a verursacht der Strombezug einen signifikanten Anteil der Emissionen.

Die durch den Pendelverkehr der Mitarbeitenden und die bezogenen Gerichte verursachten Treibhausgasemissionen liegen mit jeweils etwa 65 t CO2e/a in gleicher Höhe und tragen entsprechend mit einem Anteil von 12% zu den Gesamtemissionen bei.

Gesamt Treibhausgasemissionen sortiert nach Handlungsfeldern

Identifikation von Handlungsfeldern

Basierend auf den Daten der Treibhausgasbilanz wurde eine Potenzialanalyse durchgeführt. Daraus ergaben sich die unten dargestellten Handlungsfelder. Die Ergebnisse der Potenzialanalyse wurden im Rahmen eines Workshops mit dem engagierten Ingenieursbüro, welches die THG-Bilanz erstellt hat, vorgestellt.

Die Ziele des Workshops waren es die unternehmensspezifischen Einsparpotenziale aufzudecken, Chancen und Hemmnisse zu benennen sowie die nötigen Projektschritte zur Umsetzung zu erörtern.

Aufteilung der Treibhausgasemissionen nach Handlungsfeldern

Wichtige Maßnahmen zur Reduktion der Emissionen

Der aufgestellte Maßnahmenkatalog bezieht sich auf Scope 1, 2 und 3. Ein limitierender Faktor stellt allerdings der Umstand dar, dass das RehaZentrum Bremen nicht Eigentümer der Immobilie ist. Daher wurde bei der Auswahl der Umzusetzenden Maßnahmen darauf geachtet, dass es sich um Themen handelt, auf die das RehaZentrum Bremen aktiv Einfluss nehmen kann. Eine Ausnahme stellt dabei das Themenfeld Gebäudeenergie dar. Maßnahmen die eine bauliche Änderung bedingen sind ohne Mitwirken des Mutterkonzerns nicht umzusetzen und zudem meist recht kostenintensiv.

Zu unseren umgesetzten Maßnahmen zählt 2023 der Umstieg auf ausschließlich vegetarische Gerichte, was in diesem Zeitraum zu einer Einsparung von rund 30 Tonnen CO2e führte. Weitere Maßnahmen umfassen die Optimierung der Druckprozesse durch den Einsatz von intelligenter Drucksoftware. Im Rahmen der Begehung mit den Gebäudeverantwortlichen des Vermieters und den Experten des Ingenieurbüros fiel zudem eine bestehende Diskrepanz zwischen dem bisherigen System der Mülltrennung und den nachgelagerten Prozessen im Transportdienst sowie beim Entsorger auf. Daraus resultierte eine wichtige Maßnahme zur Verbesserung der bestehenden Mülltrennung und der Sicherstellung der Zuführung in den Recyclingkreislauf.

Auszug Maßnahmenkatalog, deren Umsetzung bereits initiiert sind

Fokus auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Das RehaZentrum Bremen zeigt durch diese Maßnahmen sein starkes Engagement für den Klimaschutz und setzt aktiv Maßnahmen zur Reduktion der (eigenen) Treibhausgasemissionen um. Die Sensibilisierung der Mitarbeitenden und die enge Zusammenarbeit mit externen Partnern spielen dabei eine entscheidende Rolle. Für den Austausch mit anderen Akteuren des Gesundheitswesens ist das RehaZentrum Bremen Mitglied beim sog. „Energieeffizienztisch – Gesundheit“.

Das Netzwerk „Energiekonsens“ hat den Bremer Energieeffizienztisch Gesundheit ins Leben gerufen, mit dem Ziel, den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Akteuren aus dem Gesundheitssektor zu fördern, um die Energieeffizienz in diesem Bereich zu steigern. Der Fokus liegt darauf, Lösungen zu entwickeln, die den Energieverbrauch in Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen reduzieren und gleichzeitig die Nachhaltigkeit verbessern. Dabei sollen konkrete Maßnahmen und Projekte erarbeitet werden, die sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile für die Gesundheitsbranche bringen.

Das Netzwerk dient als Plattform für den Dialog, den Wissensaustausch und die Entwicklung gemeinsamer Initiativen zur Förderung von Energieeffizienz und Klimaschutz im Gesundheitswesen.

Auftaktveranstaltung Energieeffizienztisch "Gesundheit"